Chronik der TSG-Handballabteilung



Handball wird bei der TSG 1885 Augsburg seit dem Jahre 1927 gespielt, also seit über 80 Jahren. In den alten Zeiten „nach dem Krieg“ stand wie überall in Deutschland der Feldhandball im Vordergrund.

Ab 1967 erlebte die Abteilung einen Wandel zum Kleinfeldspiel und einen allmählichen Aufschwung. Aus der Keimzelle von drei Mannschaften, der „Ersten“, einer „Reserve“ und einer männlichen A-Jugend entwickelte sich in den folgenden fünfzehn Jahren eine aufstrebende Abteilung mit drei Männer-, zwei Frauen- und fünf Jungen-Teams sowie einer weiblichen Jugend-Mannschaft.

Diverse Meister- und Vizemeistertitel wurden errungen: Die Männer spielten zu ihrer Blütezeit auf dem Kleinfeld in der Landesliga und in der Halle in der höchsten schwäbischen Spielklasse, der Bezirksliga. Auch das Frauenteam zählte fast ein Jahrzehnt zur schwäbischen Spitzenklasse.

Dann aber folgte der Abstieg: Trotz eines zweiten Ranges in der Bezirksliga zerfiel 1990 die 1. Frauenmannschaft. Die 2. Damenmannschaft sprang zunächst für sie in der A-Klasse ein, doch 1994 kam für dieses Team ebenfalls das Aus. Auch für die 1. Herrenmannschaft zeichnete sich das Ende ab. Nach dem Bezirksligaabstieg 1984 wanderten einige Nachwuchsspieler zu den Spitzenteams der Umgebung ab. Etliche Talente der A- und B-Jugend waren bereits zuvor abgeworben worden. Der Abstieg 1994 in die B-Klasse brachte das endgültige Ende. Lediglich ein AH-Team, die sog. „1 b“, hielt die TSG-Fahne weiter hoch und blieb dank ihrer guten Kameradschaft bis zum Jahre 1999 im normalen Spielbetrieb.

Die Leitung der Abteilung lag in den letzten 40 Jahren bei verschiedenen Personen: Werner Gleich (71 bis 78), Heinz Schweiger (78/79), Gerhard Bayerl (79/84), Brigitte Macher (84/90), Dieter Habersetzer (90/91) und Gerhard Boppel (90/91). Seit 1990 ist nun Willi Kubasta Abteilungsleiter der TSG Handballer.

Jugendarbeit war wieder angesagt, da nur noch drei Mannschaften im Spielbetrieb standen: die 1 b, die ehemalige 2. Frauenmannschaft und eine männliche D-Jugend, die aber zusehends schwächelte und deshalb ein Jahr lang ein paar Mädchen als Aufbaumedizin verordnet bekam. Zwei Jahre später, 1994, war ein Umschwung zum weiblichen Bereich festzustellen. Zwei Mädchenteams versuchten in einer C- und D-Jugend zu Spielspaß und Punkterfolgen zu kommen.

In den folgenden acht Jahren zeigten die Mädchenmannschaften der TSG Augsburg in und außerhalb Schwabens ihr Können. Die Trainingsarbeit basierte zwar nur auf wenigen Schultern, aber sie war recht erfolgreich: Zahlreiche Schwäbische Meisterschaften konnten errungen werden und als Höhepunkt wurde der B-Jugend zweimal der Bayerische Meister-Wimpel überreicht. Einmal stand man sogar im Süddeutschen B-Jugend-Endspiel.

Etliche der weiblichen Nachwuchsspieler suchten nach ihrer B-Jugendzeit bei der TSG die Herausforderung in höher klassigen Vereinen. Mit Wehmut aber auch Stolz stellt der Abteilungsleiter und Coach fest, dass drei der „TSG-Gewächse“ in der Bundesliga landeten und weitere vier Mädchen bzw. Frauen in der Regionalliga spielten. Mit Barbara Hetmanek wurde eine seiner Schützlinge sogar Jugend-Nationalspielerin und eine weitere, Alexandra Kubasta, errang mit dem 1. FC Nürnberg die deutsche Meisterschaft.

2002 bildeten die ersten „groß gewachsenen“ Zöglinge von Willi wieder ein Frauenteam, das nach zwei weiteren Jahren den Aufstieg in die Bezirksoberliga geschafft hatte und in der vergangenen Saison sogar Vizemeister wurde.

Derzeit nehmen fünf Jugend-Vertretungen und zwei E-Jugend-Teams am Spielbetrieb teil. Der Schwerpunkt der Geschlechter liegt mittlerweile wieder bei den männlichen Mannschaften. Aushängeschild der Abteilung ist jedoch die weibliche A-Jugend, die in der Bayernliga spielt.